Mit knappen Mitteln die bestmögliche Wirkung in der Internationalen Zusammenarbeit erzielen - warum wir jetzt auf Smart Buys setzen sollten
- Basil Müller
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Pandemien, geopolitische Krisen und der Rückzug von Akteuren wie der USA stellen die internationale Zusammenarbeit vor neue Herausforderungen – während zugleich die Haushalte unter Druck geraten. Auch die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit (EZ) steht unter dem zunehmenden politischen Anspruch, mit knappen Mitteln die bestmöglichen positiven Wirkungen zu erzielen. Evaluationen zeigen jedoch: Die Wirkung einzelner Programme variiert erheblich. Manche Massnahmen entfalten mit geringen Mitteln grosse Wirkung, andere bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Gleichzeitig liegt umfangreiche wissenschaftliche Evidenz darüber vor, welche Interventionen besonders kosteneffektiv wirken. In dieser Lage stellt sich für Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Internationalen Zusammenarbeit eine fundamentale Frage:
Wie können wir mit den verfügbaren Mitteln die grösstmögliche positive Wirkung erzielen?
Das Konzept der Smart Buys bietet hierauf eine evidenzbasierte, pragmatische Antwort: Smart Buys sind Entwicklungsinterventionen, die durch rigorose wissenschaftliche Evaluierungen als aussergewöhnlich kosteneffektiv nachgewiesen wurden. Sie erzielen pro investiertem Euro eine überproportional hohe Wirkung im Vergleich zu durchschnittlichen Entwicklungsprogrammen und leisten damit einen herausragenden Beitrag zu Armutsreduktion, Gesundheitsversorgung und nachhaltiger Entwicklung.
Was macht Smart Buys aus?
Smart Buys-Ansätze sind konkrete Entwicklungsmassnahmen, die auf rigoros ausgewerteter wissenschaftlicher Evidenz beruhen. Sie sind Best-Practice Beispiele dafür, welche Programme weltweit besonders kosteneffektiv sind und lassen sich – mit kontextspezifischer Anpassung – auch in neuen Regionen erfolgreich umsetzen. Damit bieten sie nicht nur eine Orientierung für strategische Entscheidungen, sondern auch eine ethische Leitlinie: Wenn wir wissen, dass bestimmte Interventionen mit den gleichen Ressourcen ein Vielfaches an Menschenleben retten oder Lebensqualität verbessern können, besteht eine moralische Verpflichtung, diese Erkenntnisse in praktisches Handeln umzusetzen.
Konkrete Beispiele: Wo Smart Buys bereits nachweislich besonders viel bewirken
Armutsbekämpfung: Der Ultra Poor Graduation-Ansatz von BRAC zeigt, wie Menschen aus extremer Armut dauerhaft herausgeführt werden können.
Gesundheit: Die Besteuerung gesundheitsschädlicher Produkte wie Tabak oder Alkohol bringt doppelte Vorteile: Sie spart Leben und generiert Einnahmen für das Gesundheitssystem.
Bildung: „Teaching at the Right Level“ passt den Unterricht an den tatsächlichen Lernstand der Kinder an und steigert so messbar den Lernerfolg.
Reproduktive Gesundheit: Gutscheinsysteme für moderne Verhütung stärken Selbstbestimmung und reduzieren Kinder- und Müttersterblichkeit erheblich.
Landwirtschaft: Agrarforschung zahlt sich aus: Studien belegen, dass Investitionen in diesem Bereich besonders wirksam sind – gerade in den ärmsten Ländern.
Häufige Fragen zu Smart Buys
Smart Buys-Ansätze werfen oftmals viele Fragen auf:
Ignoriert der Ansatz qualitative Aspekte oder lokale Kontexte?
Moderne Smart-Buys-Ansätze verknüpfen quantitative Evidenz mit kontextsensibler Anpassung, partizipativer Planung und dem Einbezug lokaler Wissenssysteme. Auch langfristige und systemische Wirkungen – etwa in der Governance oder durch soziale Normenveränderung – werden zunehmend in die Bewertung einbezogen.
Sind Smart Buys auch in großem Massstab wirksam? Viele Programme wurden erfolgreich skaliert. Entscheidend ist, bei der Ausweitung auf andere Kontexte die Kernelemente zu bewahren und flexibel an lokale Bedingungen anzupassen – begleitet durch engmaschiges Monitoring.
Werden marginalisierte Gruppen ausreichend berücksichtigt? Ein moderner Smart-Buys-Ansatz bezieht gezielt auch schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen ein – etwa durch Last-Mile-Strategien und durch die Gewichtung von Wirkungen für besonders vulnerable Gruppen in der Analyse.
Mehr erfahren?
Diese und viele weitere Fragen beantworten wir ausführlich in unserem FAQ zu Smart Buys und beleuchten Hintergründe, Beispiele und Antworten auf häufige Fragen.
Für weitere Informationen, Rückfragen oder Feedback kontaktieren Sie uns gerne unter: info@cooperationglobal.ch.
Wir freuen uns über Ihr Interesse!
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